Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

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Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

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Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

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Lebensraumbegehung und Genussfloss am Weissensee

Das Genussfloss auf dem Weissensee

 Nassfeld - Pressegger See | Lesachtal | Weissensee

Auf dem Genussfloß die Schätze des Weissensees erkunden und verkosten

Dass Braunbären zu 80 Prozent Vegetarier sind, war mir neu. Dieses und ganze viele andere spannende Details über die Tier- und Pflanzenvielfalt im Naturpark Weissensee erfuhr ich im Zuge einer Lebensraumbegehung mit Zoologin Manuela Siller. Von den köstlichen Fischdelikatessen auf dem Genussfloß auf der Rückfahrt mal ganz zu schweigen.

Zwischen den Schilfgürteln des Weissensees versteckt wartet es schon, unser Genussfloss, auf welchem wir, also ich und drei ebenso neugierige Touristen, heute Fahrt aufnehmen werden zu einer spannenden Lebensraumbegehung mit Zoologin Manuela Siller. Die Idylle, welche man hier frühmorgens erleben kann, ist einzigartig: Die Sonne strahlt vom Himmel, der See ist so klar, dass man mehrere Meter tief im Wasser noch vereinzelt Schilfwurzeln sowie kleine Lebewesen ausmachen kann und einige Fischer sind mit ihren Booten ausgelaufen und haben ihre Angelruten bereits wartend ins Wasser getaucht.

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Mann fährt mit Hund an Board auf den Weissensee
© Sabine Weyrer / Franz Lackner spielt heute Genussfloss-Kapitän. Immer mit dabei: Sein Hund Twister
Pünktlich um halb zehn Uhr morgens geht es dann auch los. Unser Kapitän Franz Lackner und sein vierbeiniger Assistent, der aufgeweckte Hund Twister, haben mit dem Ruderboot bereits angelegt, um uns mit dem kleinen Motor über den See zu manövrieren. 12 Meter lang und sieben Meter breit ist unser Holzfloss, mit dem wir schier über das Wasser zu schweben scheinen. Während der Fahrt erzählt uns Manuela spannende Details über das Landschaftsschutzgebiet, zu welchem die Gegend rund um den Weissensee in den siebziger Jahren ausgerufen wurde, den Status als Naturpark erhielt man 2006.

Landschaftsschutzgebiet und Naturpark Weissensee

Was hier alles wächst und lebt, lässt uns ganz schön staunen: „Ein Bär und ein Luchs sind hier in der Gegend derzeit laufend unterwegs“, berichtet Manuela mit leuchtenden Augen. Wie, und da gehen wir gleich vom Floß und sagen denen in freier Wildbahn mal kurz Hallo? „Nein, nein“, lacht Manuela, „keine Angst, die Tiere haben uns schon lange gesehen, bevor wir sie erblicken. Außerdem sind Bären nachtaktiv und untertags kaum anzutreffen.“ Für den Fall der Fälle hat sie aber auch gleich die richtigen Tipps parat:
„Sollte es aber doch einmal zur unfreiwilligen Begegnung kommen: Ruhig auf den Bär einreden und sich langsam zurückziehen. Ja nicht rennen.“
Und fügt dann noch beruhigend hinzu: „Bären sind ohnehin zu 80 Prozent Grasfresser.“ Na dann, dermaßen beruhigt gehen wir nach einer Stunde Fahrt etwas weiter östlich an Land.
Unterwegs werden verschiedene Pflanzen untersucht
© Sabine Weyrer / Bis zu 34 unterschiedliche Orchideenarten blühen hier
Während der folgenden zwei Stunden treffen wir wie versprochen weder auf Bär und Luchs, aber das was wir zu Gesicht bekommen, gibt uns einen wunderbaren Einblick in eine Welt, wo Natur und Mensch noch im Einklang sind. Auf blühenden Wiesen, welche ohne künstlichen Dünger hervorragend auskommen, kann man an die 34 verschiedenen Orchideenarten bewundern, aber auch den Wiesenbocksbart, Wiesensalbei und dergleichen mehr. Und am Waldesrand verraten uns Ameisenhaufen, wie das Wetter wird: Schließen die nämlich ihre kleinen Eingänge, kann man ziemlich sicher mit Regen rechnen.
Im angrenzenden Wald erkunden wir idyllische Picknickplätze von Eichhörnchen sowie Grünspecht und verkosten dabei auch selbst wilde Kräuter. Während uns Manuela immer wieder auf diese kleinen Wunder der Natur aufmerksam macht, muss ich mir ehrlich eingestehen, dass ich wohl noch nie so bewusst über eine Wiese und durch einen Wald spaziert bin, wie heute. Wie unbedacht man doch oft ist und für wie selbstverständlich man die Natur mit ihren Besonderheiten hinnimmt.

Kulinarische Rückfahrt mit Fisch und Wein

Etwas später lichtet der Wald langsam und wir kommen zum Seeufer zurück, wo bereits das Genussfloß mit Franz und Twister auf uns wartet. Während wir unterwegs waren, hat Franz bereits den Tisch am Floß gedeckt und wir kommen in den Genuss, leckere Happen vom Weissenseefisch zu verkosten, die in Neusach so schmackhaft zubereitet wurden. Das Thema Fisch hat in Kärnten eine ganz besondere Tradition. In der Reinheit des nährstoffreichen Seen und Gewässer haben sich über die Jahre eine artenreiche Vielfalt an feinen Speisefischen und Süßwasserkrebsen angesiedelt. 8000 Flusskilometer, mehr als 1270 stehende Gewässer, davon mehr als 200 Badeseen bilden dabei einen natürlichen und sauberen Lebensraum.
Vor dem Verzehr folgt die Fischkunde
© Sabine Weyrer / Am Floss werden wir mit Köstlichkeiten vom Weissenseefisch verwöhnt
Eine ganz besondere Spezialität ist seit jeher die sogenannte Kärntner Lax’n, eine Seeforelle, die bereits im 14. Jahrhundert in der Region heimisch war und seit einigen Jahren wieder erfolgreich gezüchtet wird.

Und diese Köstlichkeiten aus dem Wasser ganz besonders zu veredeln, das haben sich die regionalen Gastwirte und Fischzüchter wie Martin Müller zur Aufgabe gemacht.
Und so erwarten uns gebeizte Reinanke mit Dill, geräuchertes Filet von der Seeforelle sowie frische Stückchen der Lachsforelle am gedeckten Tisch. Dies kombiniert mit einem Schuss Limonenöl, dazu ein italienisches Gebäck, welches den wenig schmeichelhaften Namen „lingua di suocera“, zu deutsch Schwiegermutterzunge trägt, sowie ein Glas vom Grünen Veltliner und die genussvolle Rückfahrt kann beginnen.

Am Seeufer angekommen erwartet mich schon Christopher Puntigam vom Weissensee Tourismus, der mir noch einen anderen Blickwinkel auf den See zeigen möchte. Bei einer Fahrt mit dem  Hybridschiff „Alpenperle“ von der Schifffahrt Müller, Österreichs erstem Linien-Hybridschiff, bewegt man sich nämlich nahezu geräuschlos über das Wasser. Seit Mai 2015 ist das Schiff im Einsatz, über 250 Gäste haben Platz und der Strom kommt aus dem Weissensee selbst, aus einem kleinen Wasserkraftwerk am Ostende des Sees. Der Batteriesatz wird über Nacht wieder voll aufgeladen.
Am besten kombiniert man die Fahrt am Wasser mit einer herrlichen Rad- oder Wandertour, wie uns Christian Müller von der Schifffahrt empfiehlt. Das setzen wir auch gleich in die Tat um und genießen nach dem Ausstieg am Ronacherfels am östlichen Teil des Sees die ersten 20 Minuten am Ufer zu Fuß und radeln ab Neusach die letzten Kilometer mit dem E-Bike zurück.
Bikes stehen bereit für die Radtour
© Sabine Weyrer
Generell setzt man hier auf sanfte Mobilität. Zwei Naturparkbusse, die im Halbstundentakt alle wichtigen Haltestellen anfahren, Hotelshuttle sowie E-Bike Verleih, um dem Motto „im Einklang mit der Natur unterwegs“ auch treu zu bleiben. Nicht umsonst erhielt man den „Europäischen Preis für Tourismus und Umwelt“ und seit 2013 ist man auch Mitglied der Alpine Pearls. Aber am besten, ihr kommt einfach mal selbst vorbei und macht euch ein Bild von der Gegend und den Menschen hier, die den Weissensee zu dem machen, was er für den Gast auch ist: Ein Spielplatz der Natur.
Der Schiffskapitän blickt auf den Weissensee
© Sabine Weyrer / Unterwegs mit der Alpine Pearls
Das Package „Genusstour im Naturpark Weissensee“ ist in den Sommermonaten 11. Mai bis 29. Juni 2018 & 07. September bis 05. Oktober 2018, jeweils freitags und 04. Juli bis 29. August 2018, jeweils mittwochs für Gäste buchbar. Kosten pro Erwachsenen 55 Euro und Kinder (bis 14 Jahre) 27 Euro. Dauer von 9.30 - 13.30 Uhr.
 
Infos zu den Schifffahrtsunternehmen am Weissensee sowie den Abfahrtszeiten gibt es unter www.schifffahrt-mueller.at, www.fischart.at und www.weissenseeschifffahrt.at
 
Und wer gerne mehr über die Delikatessen rund um den Weissenseefisch erfahren möchte, der sollte in Neusach vorbeikommen. Weitere Infos sowie Öffnungszeiten unter www.weissenseefisch.at
Hier geht es zu den buchbaren Angeboten

Sabine Weyrer, 29. Mai 2015

Autorenvorstellung: Sabine Weyrer

Ich bin selbstständig mit meiner Werbeagentur Gedankenschmiede ... weil ... ich meinen kreativen Gedanken gerne freien Lauf lasse. Mit Wandern, Laufen, Reiten, Bergsteigen, Reisen und neue Wege entdecken verbringe ich meine Freizeit.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die einzigartige Vielfalt verpackt in einer unvergleichbaren, bestechenden Schönheit. Das fasziniert mich an Kärnten am meisten: Der Süden spielt wirklich alle Stücke, man muss sich lediglich darauf einlassen. Ich für meinen Teil erlebe das jeden Tag aufs Neue – und das macht Kärnten für mich nun mal so einzigartig lebenswert.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: „Das geht nicht.“ Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

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