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Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

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Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

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Auf Expedition im Nationalpark Hohe Tauern

Traditionelles Bauernhaus mit Blumen geschmückt

Hohe Tauern – die Nationalpark-Region in Kärnten

Auf Expedition im Nationalpark Hohe Tauern

Das Erlebnisprogramm „Magische Momente“ der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region eröffnet eine unvergessliche Expeditionsreise in den Nationalpark Hohe Tauern, der größten Outdoor-Arena der Ostalpen.

Licht gibt es in der Gatternighütte keines, nur eine Kerze auf einem Schemel neben dem Bett. Um fünf in der Früh, wenn wir von diesem stillen Winkel im Kaponigtal losgehen werden, wird es noch finster sein, also richte ich meine Sachen her, damit ich nur hineinzuschlüpfen brauch’. Dann putz’ ich mir die Zähne an der Kuhtränke, suche das Plumpsklo auf und lege mich nieder. Ausgestreckt auf dem Bett liege ich in der Dachkammer wach und schau zum offenen Fenster mit dem grün-weiß karierten Vorhang, dem Stück Himmel dahinter und dem Streifen Wald, der sich dunkel abzeichnet. Ich höre das muntere Plätschern des Baches und erwarte die Nacht, die Sternennacht ohne Kunstlicht, ohne flimmernde Bilder, ohne Pieps- oder Klingeltöne. Doch bevor es so weit ist, bevor die ersten Sterne auftauchen, bin ich schon eingeschlafen, sieben Stunden später dafür dann bereits hellwach beim ersten Klopfen an der Tür.

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Natur Aktiv Guide Ron mit seinem Hund „Shadow”
© Georg Khittl / Natur Aktiv Guide Ron mit seinem Hund „Shadow”

Bestens begleitet durch Natur Aktiv Guide Ron

Ron, der Nationalpark-Ranger und  Natur Aktiv Guide , und sein Hund „Shadow“ (er heißt so, weil er immer im Schatten seines Herrn geht) müssen nicht lange auf mich warten. Wir marschieren los. Noch hab ich keine genaue Vorstellung, kein Bild davon, was ein Nationalpark ist. Wir folgen dem Lauf des Baches. Die Schritte federn über weichen, moosigen Wiesenboden. Der Bach verschwindet plötzlich und fließt ein Stück lang unterirdisch dahin.
Jetzt hält Ron seine Hand vor eine Öffnung, ein Loch im Fels. Geht’s da um Murmeltiere? denke ich. Ihr Pfeifen hat uns die ganze Zeit begleitet. Nein. Was Ron mir zeigen will, sind Kälteröhren. Jetzt halte auch ich meine Hand zum Fels und spüre den kalten Lufthauch. „Es ist Permafrost, der sich im Erdinneren gehalten hat, deshalb gibt es so viele Flechten und Moose hier”, erklärt Ron, „die gleichen wie in Sibirien, denn es ist ja das gleiche Klima.”

Wir kommen zu einer Lichtung, und da liegen große Felsbrocken und Baumstämme, die überwuchert sind von Gräsern, Heidelbeerstauden, Klee und Farnen. Das Holz ragt zerbröselt aus diesem Sammelsurium unterschiedlicher Blattformen heraus. Lebendiges und Totes existiert nebeneinander.
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© Georg Khittl / Baumbart bedeckt die Äste der Lärchen

Versteinerte Lebewesen

„Baumbart”, sagt Ron und im ersten Moment denke ich, er meint die Figur aus Tokiens „Herr der Ringe”. Tatsächlich schauen diese mit grau-weißen Fäden behangenen Bäume aus wie versteinerte Lebewesen, die ihre Arme ausbreiten. Doch Ron denkt nicht an Baumbart, den Wächter des Fangorn-Waldes, einer der ältesten Baumhirten auf Arda, er denkt an die „Usnea filipendula”, eine Flechtenart, die nur in absolut reiner Luft gedeiht. Wir lachen.
 
Ich dreh mich um und seh’ vor mir den Stamm einer Lärche. Was für ein Baum! Das ist kein Baum mehr, das ist eine Kathedrale. Lebewesen haben über Jahrhunderte hinweg in ihrem Schatten Zuflucht gefunden, das spürt man. Sie ist die Hüterin des Waldes hier. „Gut 350 Jahre alt,” sagt Ron als könne er meine Gedanken lesen.
Natur Aktiv Guide Ron mit seinem Hund „Shadow” unterwegs im Wald
© Georg Khittl

Dem Wasser folgen

Wir gehen weiter entlang des Baches. An manchen Stellen bildet er Gumpen, tiefere Wasserstellen, wo man baden könnte oder zumindest die Füße ins Wasser tauchen. Es ist so klar, dass jedes Sandkorn am Grund erkennbar ist. Shadow löscht seinen Durst und wedelt freudig mit dem Schwanz.

Von den Wildtieren, die wir gehofft haben zu sehen, keine Spur! Es ist wohl zu warm. Sie bleiben in den kühleren Regionen. Aber das macht mir gar nichts aus. Insgeheim weiß ich, ich werde wieder kommen. Und ein weiteres Mal mit Ron und Shadow hier herauf gehen.

Walderdbeeren wohin man auch sieht

Überall am Wegesrand wachsen Walderdbeeren. Sie schmecken dermaßen intensiv, dass ich mir gut vorstellen kann, wie gut den Kühen die Gräser und Kräuter hier wohl schmecken würden. Doch Kühe gibt es keine. In der Kernzone des Nationalparks greift der Mensch nicht ein – Steinbock, Gams, Bartgeier und Auerhahn sind unter sich. Die Natur ist sich selbst überlassen.
Walderdbeeren wachsen überall am Wegesrand
© Georg Khittl / Walderdbeeren wachsen überall am Wegesrand
Wir sind nun auf dem Rückweg und Ron erzählt von einer Gruppe Holländer und Deutsche, die wie ich in der Gatternighütte übernachtet haben. Schamanen seien das gewesen, die sich hier im National Park zurückgezogen haben, um sich darauf zu konzentrierten mit der Natur um sich herum völlig eins zu werden – so sehr, dass die Tiere sie zwar wahrnehmen, aber nicht vor ihnen flüchten würden. Ein interessantes Experiment!

 

Tausende Jahre Geschichte

Teil der Ewigkeit werden... Den gleichen Status einnehmen wie die Baumstämme, die der Sturm entwurzelt hat, die umgefallen und liegen geblieben sind. Und jetzt hier immer noch liegen und weiter liegen werden, so lange bis Pilze, Käfer und andere Insekten sie ausgehöhlt haben und sie irgendwann zu Staub zerfallen.
Der Nationalpark Hohe Tauern: Urwälder, von Menschenhand unberührt
© Georg Khittl / Der Nationalpark Hohe Tauern: Urwälder, von Menschenhand unberührt
Das ganze Leben auf der Erde hat so begonnen“, meint Ron und zeigt auf einen pistaziengrünen, erbsengroßen Fleck auf einem Felsbrocken: Das sind die ersten Flechten, die „Landkartenflechten“. Wenn sie sich gebildet haben, kommen die grauen Flechten nach. Und irgendwann wächst Moos darauf, und wenn das Moos wächst, dann kann sich eine Humusschicht bilden, und dann geht das so weiter: Die Humusschicht wird größer, zuerst gedeihen kleine Pflanzen und Gräser darauf, dann folgen Stauden, dann kommen Bäume, und zuletzt die Tiere. „Was ich dir in zwei Minuten hier erzähle, das hat tausende von Jahren gedauert ...“ 
Frühstück mit Kärntner „Frigga” und Mölltaler Speck
© Georg Khittl / Frühstück mit Kärntner „Frigga” und Mölltaler Speck

Kärntner Frigga zum Frühstück

Während wir weg waren, hat Karoline, Rons Frau, den Holzofen eingeheizt und Wasser zum Kochen aufgesetzt. Als sie uns kommen sieht, ruft sie: „Kaffee?“ Ich nicke nur, nehm’ den Rucksack vom Rücken und lasse mich auf die Bank vorm Haus fallen. Der Tisch ist schon fürs Frühstück gedeckt. Wie angenehm, jetzt nichts tun zu müssen. Nach den ersten paar Bissen Frigga, das ist die Kärntner Eierspeise mit Käse und Speck, kehren die Kräfte allmählich zurück.
Bilder: Georg Khittl / Text: Irene Hanappi / 14. Juli 2015

MAGISCHE MOMENTE

Im Bergsommer 2017, von Mitte Juni bis Mitte September, lassen sich in der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region vier ausgewählte „Magische Momente” erleben, die die gesamte Viefalt der Nationalpark-Region wieder spiegeln.

Das Erlebnisprogramm „Magische Momente“ der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region eröffnet eine unvergessliche Expeditionsreise in den Nationalpark Hohe Tauern, der größten Outdoor- Arena der Ostalpen und wird Gästen noch Jahre danach ein Lächeln auf die Lippen zaubern, wenn sie an den EINEN, unvergesslichen Augenblick denken. 
Hier die Magischen Momente buchen
Kanutour auf der Oberen Drau
© Georg Khittl / Kanutour auf der Oberen Drau

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