Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

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Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

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Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

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Unterwegs in den „Nocky Highlands“

nock/art Bad Kleinkirchheim

Auf sanften Höhen

Sattes Grün soweit das Auge reicht, sanfte Hügel, die zu kurzen oder ausgedehnten Gipfeltouren einladen und urige Hütten, deren herzliche Gastgeber Köstliches aus der Kärntner Alpen-Adria-Küche auftischen – in den Nockbergen werden sanfte Wanderträume Wirklichkeit. Für Zwei- und Vierbeiner gleichermaßen.

„Grias eich! Schön, dass ihr heute mit dabei seid!“ Herzlich werden wir von Biosphärenpark-Ranger Markus an der Talstation der Biosphärenparkbahn Nockberge empfangen. Die nächsten vier Stunden stehen wir nämlich unter seiner Obhut, denn gemeinsam geht es zu einer sanften Wanderung durch die Welt der Nockberge.

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© Sabine Weyrer / An der Bergstation angekommen
Und um gleich ein paar Höhenmeter einzusparen, um die noch notwendige Muskelkraft aufzusparen, schweben wir gemütlich mit der Gondel hinauf auf 1.900 Meter Seehöhe. Also alles einsteigen bitte, inklusive Tourenhund Artus, denn die Biosphärenparkbahn Nockberge ist ausnahmslos hundefreundlich. Weitere Informationen zu den Ticketpreisen
„Bitte draußen warten“ ist hier also fehl am Platz.
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© Sabine Weyrer / Weitblick über die Brunnachhöhe
Wenige Minuten später und um herrliche Tiefblicke bereichert, weht uns auf der Bergstation schon der erfrischende Almwind um die Ohren. Markus lässt uns noch mit seinem Fernglas die umliegenden Bergketten betrachten und dann geht es auch schon los. „Sanft ist ja relativ, in den Bergen ist für jede Kondition und Ausdauer eine andere Tour sanft, daher werde ich versuchen, auf euch alle einzugehen, damit wir einen schönen Tag haben“, beschließt er routiniert und schlägt uns gleich die heutige Route vor:
„Von der Bergstation zum Brunnachgatter, weiter bis zur Roten Wand und hinauf zu den Pfannseen. Dort sehen wir dann, ob wir den Gipfel, den Großen Pfannnock mit 2.251 Metern Seehöhe, in Angriff nehmen oder nicht.“

Alpiner Kräutergarten, von der Natur angelegt

Gesagt getan. Wer zum ersten Mal in den Nockbergen unterwegs ist, wird von der sattgrünen, hügeligen Landschaft kaum genug bekommen, so sehr ziehen einen die Berge, die Weite, die trotz der Höhenlage liebliche Gegend in ihren Bann. Während ich meinen Blick schweifen lasse, schweifen auch meine Gedanken immer wieder nach Schottland ab, so sehr ähnelt die Landschaft hier den dortigen Highlands.
© Sabine Weyrer / Wilder Thymian
Die Kärntner Variante, die „Nocky Highlands“ erkunden wir nun auf Schritt und Tritt. Dass man hier ruhig auch mal den Blick gen Boden wenden soll, verrät uns Markus während dem Gehen:
„Ist euch eigentlich bewusst, dass wir uns hier in einem alpinen Kräutergarten befinden?“ Ähm, nein? „Ja, dann zeig ich es euch!“
Geschwind zupft er eine kleine Thymianblüte aus der Erde. „Mal probieren?“ Neugierig wird verkostet, das Resultat: Überraschend scharf und intensiv. Wenige Meter weiter ziert das sogenannte „Blutströpferl“ die Almwiesen, das Kohlröschen.
© Sabine Weyrer / Blutströpferl im Volksmund genannt, das Kohlröschen
Und natürlich entdecken wir pflanzentechnisch auch das absolute Herzstück der Nockberge. Die Rede ist vom Speik, einer Heilpflanze, welche erst in der herbstlichen Jahreszeit in ihrer Blütezeit steht und ihre herbe Duftnote freisetzt. Wenn nun jemand glaubt, es handle sich dabei um eine sofort erkennbare Pflanze, der irrt. Klein, zartweiß und eigentlich recht unscheinbar wächst sie auf den sanften Hügeln.
Doch genug von der Pflanzenkunde, der Weg hinauf zu den Pfannseen wird nun anspruchsvoller. Während Tourenhund Artus vergnügt Stein um Stein nach oben hüpft, verwenden wir Zweibeiner schon mal Füße und Hände gleichermaßen zum Vorankommen. Doch mit Ruhe und Geschick lässt sich auch diese Herausforderung meistern und wenig später sind wir schon am Ufer des kleinen Pfannsees. Ein Naturidyll.
Doch der Blick zum Himmel verheißt nichts Gutes, was den bevorstehenden Gipfelsieg betrifft: „Der Wind geht zu stark, die Wolken ziehen schnell. Schauen wir, dass wir zur St. Oswalder Bockhütte kommen, dort wartet eine kulinarische Stärkung.“ Klingt zumindest für mich als Genussmensch nicht minder verlockend, also nichts wie weiter. Durch Latschenkiefer führt der Pfad verschlungen am Berghang entlang.
 

Achtung, Murmeltier voraus!

Plötzlich bleibt Markus wie angewurzelt stehen: „Seht! Da vorne, ein Murmeltier!“ Tatsächlich, in sicherer Entfernung können wir den kleinen Nager ausmachen. Leider kann er unsere Begeisterung jedoch nicht wirklich teilen und ist in der nächsten Sekunde auch schon im sicheren Bau verschwunden.
© Sabine Weyrer / Die St. Oswalder Bockhütte
So geht es gut gelaunt weiter bis zur Hütte, wo wir einen Aussichtsplatz auf der Sonnenterrasse ergattern und mit Apfelkrapfen und Kärntner Käsnudeln gemütlich pausieren. Auch der Hund sucht sich ein schattiges Plätzchen zum Dösen.

Dass man stolz ist auf den Biosphärenpark, das erkennt man hier in jedem Gesicht, jedem Lächeln: Inmitten dieser Berge mit ihrer Jahrmillionen alten Geschichte wird seit jeher auf eine nachhaltige, landwirtschaftliche Nutzung nach langjährigen Traditionen Wert gelegt.
Sorgsam weitergegeben von Generation zu Generation wird dadurch wertvolles Kulturgut erhalten. Die Menschen leben hier im Einklang mit der Natur, wissen die seltene Tier- und Pflanzenwelt respektvoll zu achten und zu schätzen. Das wissen wir nun nach unserer kurzen Reise.

Erhaben, mächtig, einzigartig und schlicht ein alpines Juwel, das ist er, der Biosphärenpark Nockberge. Artus und ich verabschieden uns bei der Talfahrt gedanklich jedoch nicht für lange Zeit von dieser Region, zu schön ist es doch einfach hier, in den „Nocky Highlands“.
„Auf ein baldiges Wiedersehen!“
Bilder und Text: Sabine Weyrer / 19.07.2017

Autorenvorstellung: Sabine Weyrer

Ich bin selbstständig mit meiner Werbeagentur Gedankenschmiede ... weil ... ich meinen kreativen Gedanken gerne freien Lauf lasse. Mit Wandern, Laufen, Reiten, Bergsteigen, Reisen und neue Wege entdecken verbringe ich meine Freizeit.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die einzigartige Vielfalt verpackt in einer unvergleichbaren, bestechenden Schönheit. Das fasziniert mich an Kärnten am meisten: Der Süden spielt wirklich alle Stücke, man muss sich lediglich darauf einlassen. Ich für meinen Teil erlebe das jeden Tag aufs Neue – und das macht Kärnten für mich nun mal so einzigartig lebenswert.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: „Das geht nicht.“ Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

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