Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

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Bad Kleinkirchheim/St. Oswald

nock/art Bad Kleinkirchheim

Berge und Musi, das g’hört z’amm

Musi-Wandern in den Nockbergen, das heißt: Eine eingeschworene Gemeinschaft von Musik- und Bergfans stimmt sich ein Mal pro Jahr in gemeinsamen Wanderungen auf das große Musi-Open-Air in St. Oswald ein. Nach viel Bewegung in frischer Almluft wird stets zünftig gefeiert! 

Händeschütteln, Winken, Umarmungen, Schulterklopfen. Hier scheinen sich alle irgendwoher zu kennen. Und niemanden scheint’s zu stören, dass man zur Bergfahrt auf die Kaiserburg in Bad Kleinkirchheim ein paar Minuten anstehen muss, weil doch wieder so viele gekommen sind. Im Sommer ist das selten. Außer: Es ist Musiwandern angesagt. Dann versammelt sich früh am Morgen schon eine große, bunte Menschentraube vorm Einstieg in die Gondelbahn, um gemeinsam einen Tag in den Nockbergen zu verbringen.

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© Johanna Wohlfahrt / Nach der Bergfahrt wird zusammengewartet. Schließlich wollen alle gemeinsam loswandern.

Die versammelte Musifamilie

Nach der raschen Auffahrt füllt sich oben bei der Bergstation der Vorplatz. Die Sonne taucht das Bergpanorama in atemberaubende Grün- und Blautöne, Nebelwolken hocken noch in den Tälern rundum, eine frische Brise sorgt dafür, dass es nicht zu heiß wird. Da steigt die Wanderlaune!

Bis Wanderführer Markus befindet, dass jetzt alle da sein müssten – und anhebt:
„Griaß Eich! Schön, dass ihr alle wieder da seid. Die meisten kenn ich eh persönlich“, feixt er.
© Johanna Wohlfahrt / Mit Gottes Segen startet man leichter. Der Herr Pfarrer stimmt die Musifamilie auf einen gelungenen Almtag ein.
Bevor wir uns aber aufmachen zum Kaiserburg-Gipfelkreuz, tritt noch der Herr Pfarrer vor die versammelte „Musifamilie“ und gibt den Wandersleuten Gottes Segen.

So viel Zeit muss sein.

An Zuwendung, persönlichen Worten und immer wieder neuen Freundschaften herrscht in dieser Gesellschaft kein Mangel.
Die Musi-Wanderungen finden in der Auftaktwoche zum sommerlichen Musi-Open-Air in St. Oswald statt, das immer samstags über die Bühne geht. Schon seit vielen Jahren. Eine volle Woche, mit Start am Sonntag vor der „Musi“, kann man in geführten Wanderungen die Nockberge genießen und sich musikalisch auf das große Event einstimmen. In unserem Fall heißt das: Wandern von der Kaiserburg – mit einem kurzen Ausritt auf den Gipfel – zur Mittelstation der Bergbahn. Konkret: Zum Bergrestaurant Waldtratte, wo nach dem rund zweitstündigen Abstieg das Falkerter Schilehrer Trio für beste Unterhaltung und zünftige Töne sorgen wird. Aber noch ist es nicht soweit.
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© Johanna Wohlfahrt / Wer die Wahl hat...: Von der Kaiserburgbahn Bergstation gehen viele Wanderrouten weg.

Was für ein Panorama!

Kurz einmal den Blick schweifen lassen vom Kaiserburg-Gipfel aus: Da unten, unter der Morgennebel-Decke, liegen das Gegend- und das Drautal. Afritzer- und Feldsee bleiben zurzeit noch darunter verborgen, später wird’s wohl wieder ein Badetag werden. Ein Stück weiter rechts grüßt der Wöllaner Nock in frischem Grün: Auch ein Gipfel, den man von der Kaiserburg-Bergstation schnell erreichen kann. Noch ein Stückerl weiter sieht man hinaus bis auf den Millstätter See, ein Eckerl seines tiefen Blaus blitzt schon heraus. Direkt unter uns liegt Bad Kleinkirchheim, am Gegenhang erkennt man ein paar Höfe und Appartement-Häuser. Gut zu sehen auch der markante Bogen des Römberbad-Außenbereichs gleich bei der Talstation.
© Johanna Wohlfahrt / Unverkennbar! Echte Musi-Fans wandern in Lederhosen.
Begleitet von diesen erhebenden Aussichten und vielen bestens gelaunten Mitwanderern geht’s über einen Forstweg wieder talwärts. Vorbei an genüsslich malmenden Almkühen, an violetten und sonnengelben Almblumen und entlang einer Abkürzung durch den Fichtenwald sogar mit Eierschwammerln am Wegesrand. Almerlebnis pur! Für alle, die mehr wissen wollen, liefert Wanderführer Markus viel Hintergrundwissen: Zu Geschichte und Traditionen der Almwirtschaft im Nockgebiet genauso wie zum richtigen Tritt im steilen Gelände. Als er selbst mitten im Erklären fast in einem Kuhfladen ausrutscht, lacht er laut auf: „Sehr gut. Wieder einmal ins Glück getreten.“

Es herrscht Almkirchtagsstimmung

Die Bewegung und die frische Almluft regen den Appetit an. Gut, dass schon das von Bierbänken und Sonnenschirmen gesäumte Bergrestaurant Waldtratte in Sicht ist. Ein paar Spätaufsteher und weniger Wanderbegeisterte haben sich den Umweg über den Gipfel gespart und sind per Gondelbahn direkt hierher gekommen. Es herrscht schon Almkirchtagsstimmung mit gekühlten Getränken, Würstchengrill und vielen bekannten Gesichtern. Bis schließlich das Falkerter Schilehrer Trio sein Programm beginnt. Dann gibt’s kein Halten mehr. Es darf geschunkelt, gejodelt und geklatscht werden.
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© Johanna Wohlfahrt / Die Stimmung steigt, als das „Falkerter Schilehrer Trio mit Heinz und Volte“ schließlich aufgeigt
Der Höhepunkt der Musi-Wanderungen ist immer der Donnerstag: An diesem Tag sind jedes Jahr die Edlseer mit dabei. Echte Publikumsmagneten, wie sie sind, gehen schon ein paar tausend Leute mit durch St. Oswald zum Weger-Stadel. Die Woche gipfelt dann zuerst einmal in einer für alle offenen Pressekonferenz am Freitag, bei der man die Musi-Künstler persönlich treffen kann. Und natürlich im Event selbst, das am Samstag Abend über die Bühne geht.
© Johanna Wohlfahrt / Nachdem die Grillwurst verputzt und das erste Bier getrunken ist, wird’s immer lustiger.

Kärntner neben Australiern

Die Veranstaltung zieht jährlich tausende Fans an. „Viele sind seit 20 Jahren jedes Mal dabei“, weiß Christian Schneeweiß, einer der sechs Wirte, die während der Musi-Woche dafür sorgen, dass niemand durstig oder hungrig bleibt. Unter den Stammgästen sind einheimische Kärntner genauso wie wirklich weit Gereiste. Den Rekord hält wohl der weit über 80-jährige Karl aus Australien. Wenn er durch die Reihen geht, schüttelt er eine Unmenge an Händen. „Dieser Gemeinschaftssinn macht es aus. Bei uns sitzen Topmanager neben normalen Arbeitern und beide unterhalten sich prächtig. Es ist diese gewisse Bindung, die die Menschen in unsicheren Zeiten wie heute einfach suchen“, meint Schneeweiß.
Eine kluge Erklärung für das, was hier wirklich in jedem einzelnen Augenblick in der Luft liegt: Die Liebe zur Musik und zur schönen Bergwelt verbindet. Und macht alle unterschiedslos zu Mitgliedern der weiter wachsenden „Musifamilie“.
Bilder und Texte: Johanna Wohlfahrt / 02.08.2017

Autorenvorstellung: Johanna Wohlfahrt

Ich bin als freie Journalistin tätig ... weil ... mich das (Be)-Schreiben seit 20 Jahren nicht mehr loslässt. Meine Freizeit verbringe ich viel mit lesen, kochen, Sport und natürlich mit meinem knapp 8-jährigen Sohn.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich ihr Facettenreichtum und an schönen Tagen ihre Farbenpracht. Mein Lieblingsplatz in der Natur ist ein Wanderweg mit freiem Blick auf einen Kärntner See. Davon gibt’s ja einige im Land. Mein Lieblingslingsgericht aus der Kärntner Küche sind Kärntner Faustnudeln von meiner Mama ... weil ... eh klar: Geschmack der Kindheit.

 

Lieblingszitat: The best is yet to come.

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