Berglust auf der Südseite der Alpen Bad Kleinkirchheim

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Berglust auf der Südseite der Alpen Nassfeld/Pressegger See - Lesachtal - Weissensee

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Berglust auf der Südseite der Alpen Biosphärenpark Nockberge

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Blutige Alm

In den Nockbergen

Auf dieser Alm blüht dir was

Um die Blutige Alm in Innerkrems ranken sich seit jeher Mythen und Geschichten. Eines kann man sich bei einer ausgiebigen Wanderung jedoch sicher sein: Die Blütenpracht auf den Almwiesen ist an Schönheit und Natürlichkeit kaum zu übertreffen und in jedem Kraut, jeder Pflanze stecken echte Überraschungen. Ganz nach dem Motto: Ankommen, um aufzublühen.

Punkt Neun in Eisentratten. Hier hat sich heute eine gesellige Runde zusammengefunden, um gemeinsam mit Heinz Mayer vom Biosphärenpark Nockberge einen ganz besonderen Teil dieses wunderbaren Schutzgebietes zu erkunden. Die Rede ist von der Blutigen Alm in Innerkrems. Es ist ein Ort, um dem sich vielerlei Sagen ranken, wo Weitblicke die Seele heilen und die atemberaubende Landschaft ihr übriges tut. Von der köstlichen Hüttenkulinarik mal ganz zu schweigen. Aber der Reihe nach. Vorerst führt die Reise von Eisentratten nach Innerkrems.

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© Sabine Weyrer / Die Blutige Alm Hütte
Heinz weiht uns während der Fahrt in die Geschichte des Bergbaus ein, welcher vor Jahrzehnten die Region geprägt hat. Eisenerz wurde einst hier abgebaut, viele Relikte aus der Vergangenheit deuten noch heute darauf hin, wie etwa der Konstantin-Ofen, der Hochofen in Eisentratten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab man den Abbau schließlich auf, über 4000 Menschen verdienten damals mit dem Bergbau ihr täglich Brot.

Hinauf auf die Blutige Alm

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© Sabine Weyrer / Nach oben geht es bequem mit dem Sessellift
Minuten später sind wir wieder in der Gegenwart und in Innerkrems angekommen, wo wir mit dem Sessellift geschwind Fahrt aufnehmen und an Höhe gewinnen. Das Ziel: Die Blutige Alm Hütte auf 2.006 Meter Seehöhe. Der Legende nach sollen hier einst wilde Völker eine unerbittliche Schlacht ausgefochten haben, woher die Alm ihren Namen hat. Oder man glaubt der durchaus lieblicheren Geschichte von Heinz:
„Im Sommer blüht hier das Kohlröschen, im Volksmund wegen seiner tiefroten Farbe auch ,Blutströpferl’ genannt, daher stammt der Name Blutige Alm.“
Welche Geschichte der Realität nun näher kommt, sei ausnahmsweise mal dahingestellt, Fakt ist, an der Bergstation angekommen, begrüßt uns eine herrliche Aus- und Fernsicht.
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© Sabine Weyrer / Auf Gipfelkurs
Ein Traumtag für die Wanderung. Der Weg führt uns vorerst zu den Anderle-Seen, dann weiter auf die Gaipa, unserem Gipfelziel und zurück zur Hütte, wo wir den Tag ausklingen lassen möchten. Vor der kulinarischen Belohnung ist erst einmal etwas Muskelkraft in den Beinen gefragt. Gemütlich spazieren wir den leicht ansteigenden Pfad entlang. Wer hier oben unterwegs ist, sollte nicht nur die Weitblicke genießen, sondern den Blick ruhig über die umliegenden Almwiesen schweifen lassen, denn hier blüht einem erst recht was.
© Sabine Weyrer / Eine Laune der Natur: Eine weiße Glockenblume

Augen auf!

Prachtnelken, Orchideen, Waldhyazinthen, Kohlröschen, Teufelskralle, Arnika und viele mehr – die Blütenpracht ist schier unerschöpflich. Zum Glück weiß Heinz um jedes Kraut und jede Blume bestens Bescheid und wir lassen uns zur ersten Pflanzenkunde gleich in die weiche Wiese fallen: „Hier haben wir das Bergwürzl, auch Alpenmutterwurz genannt. Die Blätter und der Geruch erinnern an Sellerie, die Wurzel soll gegen Zahnweh helfen“.
 
Aber auch Hochprozentiges darf laut Heinz damit verfeinert werden:
„Das Bergwürzl gehört zu jedem guten Kräuterschnaps dazu!“

Verkostung gefällig?

Doch hier wird nicht nur geredet und erklärt, sondern auch verkostet. „Wer hat schon mal einen Enzian probiert?“, fragt Heinz in die Runde. Ähm? „Ja, dann kostest die Wurzel einfach mal!“ Das Fazit: Richtig bitter. Aber ebenfalls gesund und durchaus ergiebig: Nur ein kleines Stück von der Enzianwurzel reicht schon für einen ganzen Liter Schnaps.
Na dann! Mit der Sonne um die Wette strahlend spazieren wir weiter in Richtung Anderle-Seen, um dort eine kurze Rast einzulegen und die umliegende Berggipfel genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Hochalmspitze (3.360 Meter), auch Tauernkönigin genannt, der Hafner (3.076 m), die Radstädter Tauern rechts, die Dolomiten links davon – alle sind sie heute bei der klaren Sicht deutlich zu erkennen.

Der Gipfelsieg wartet

Über den breiten Gratrücken, auf dem die Grenze zwischen Kärnten und Salzburg verläuft, geht es zur Kameritz Höhe (2.167 Meter) und hinauf zur Gaipahöhe (2.192 Meter). Entlang des Weges treffen wir noch auf die Bergnelkwurz, einer Pflanze mit dem sicheren Spürsinn für absolut hochwertige Weidequalität, wie Heinz erklärt: „Wo die Bergnelkwurz sprießt, wächst bestes Almfutter!“ Unter den Hängen der Gaipa wartet noch eine ganz andere, besondere Pflanze: Der Speik, ein absolutes Aushängeschild der Region.
© Sabine Weyrer / Die Gaipahöhe
„Der Norische Speik kommt in diesen Mengen nur in den Nockbergen vor und wird seit über 2000 Jahren geerntet, getrocknet und verkauft. Seit 1936 steht die Pflanze unter Naturschutz, nur zwei Bauern ist es seitdem erlaubt, die Wurzel zu ernten“, erklärt Heinz.
Wie bei vielen anderen Pflanzen auch, ist dort die eigentliche Kraft verborgen. Essenzen und Öle werden daraus gefertigt sowie Duschgel und Seifen, sogar Cleopatra soll das Baldriangewächs einst durchaus zu schätzen gewusst haben. Auch gegen Motten hilft das kleine Wunderding: Drei Wurzeln im Kleiderschrank lösen jedes Mottenproblem und die Kleidung nimmt den Geruch nicht an. Wer noch gerne mehr zum Thema Speik erfahren möchte, kann dies am Speik Entdecker-Pfad tun, der rund um die Blutige Alm Hütte führt, auf die wir nun Kurs nehmen.
© Sabine Weyrer / Brettljause

Hausgemachte Naturprodukte

Auf der Sonnenterrasse erwarten uns frische Milchprodukte direkt von der Alm, originaler Bauernspeck sowie Marmeladen, Liköre und Schnäpse zum Mitnehmen. Die Vielfalt der naturbelassenen Kräuter geben der Milch ihren unvergleichlichen Geschmack und garantieren köstlichen Almkäse. Da fällt die Wahl zwischen Käse- oder Brettljause schon mal schwer.
Am besten, man probiert also von beiden etwas. Und blickt ein letztes Mal in die Ferne zu den sanften Nocken, bevor die Reise schließlich wieder ins Tal hinab führt.
Bilder und Text: Sabine Weyrer / 17.07.2017

Autorenvorstellung: Sabine Weyrer

Ich bin selbstständig mit meiner Werbeagentur Gedankenschmiede ... weil ... ich meinen kreativen Gedanken gerne freien Lauf lasse. Mit Wandern, Laufen, Reiten, Bergsteigen, Reisen und neue Wege entdecken verbringe ich meine Freizeit.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die einzigartige Vielfalt verpackt in einer unvergleichbaren, bestechenden Schönheit. Das fasziniert mich an Kärnten am meisten: Der Süden spielt wirklich alle Stücke, man muss sich lediglich darauf einlassen. Ich für meinen Teil erlebe das jeden Tag aufs Neue – und das macht Kärnten für mich nun mal so einzigartig lebenswert.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: „Das geht nicht.“ Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s einfach gemacht.

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