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Mit dem e-Mountainbike zum Almrausch

Hohe Tauern – die Nationalpark-Region in Kärnten

Mit dem e-Mountainbike zum Almrausch

Wenn ab Mitte Juni die Alpenrosen blühen, erstrahlen die Almen in ihrem bunten Sommerkleid. Rot bis pink leuchten die Alpenrosen zwischen grünen Wiesen, schattigen Waldrändern, grauen Felsen und den vielen bunten Alpenblumen.

Mit dem E-Mountainbike fahre ich mit Uwe, der aus Mallnitz stammt, auf die Jamnigalm. Er weiß, wo man die größte Blütenpracht findet.

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© Sabrina Schütt

Mallnitz ein Ort der 1000 Möglichkeiten

Wieder einmal bin ich zu Gast im Bergsteigerdorf Mallnitz und bei jedem Besuch gibt es etwas Neues zu entdecken. Die kleine Gemeinde liegt eingebettet im Gebirgsstock der Goldberg- und Ankogelgruppe und verteilt sich auf vier wunderschöne Täler: dem Tauern-, Seebach-, Dösener- und dem gleichnamigen Mallnitztal. Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt für  die alpinen Herausforderungen der acht umliegenden 3000er. Für Wanderer finden sich bei den 20 weiteren Gipfeln unzählige Varianten und Etappen.
Bei knapp 30 Grad machen wir es uns heute leicht und starten unsere Tour beim Sportgeschäft Wolliger in Mallnitz. Hier warten super moderne E-Mountainbikes auf uns.
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© Sabrina Schütt
Dicke Reifen, eine gute Federung, die auf mein Gewicht eingestellt wird und der leicht zu bedienende Bordcomputer versprechen großes und vor allen Dingen müheloses Fahrvergnügen. Auch für die kleinen Gäste stehen solche Wunderräder bereit. Der E-Bikeverleih in Mallnitz ist Teil eines größeren Konzepts, dem der "Alpine Pearls" erfahre ich. Seit circa 10 Jahren setzt ein Zusammenschluss aus Geschäften und Hotels auf sanften Tourismus. Die Gäste können bequem mit dem Zug anreisen und genießen vor Ort mit dem Erwerb des Mobilitäts-Passes viele Vorteile. Dieser beinhaltet unter anderem das Wandershuttle oder gratis E-Bikeverleih.

 

Mit Turbo geht’s hinauf

Im Ortskern schwingen wir uns auf unsere Räder und biegen zunächst auf die Strecke der Langlaufloipe ab. Über erste Steine und kleine Hügel führt der Weg und lässt uns Zeit zum eingewöhnen. Vier Stufen der Unterstützung können über den Bordcomputer eingeschaltet werden: Eco, Tour, Sport und Turbo. Mit minimalem Kraftaufwand geht es durchs Tauerntal, vorbei an Kühen und Pferden zur Stockerhütte. Vor der Tür liegen die Ziegen und Schweine gemütlich in der Sonne und zeigen sich kaum beeindruckt von unseren tollen Rädern. Dafür werde ich gleich umso beeindruckter sein.
© Sabrina Schütt
Von hier schlängelt sich die Mautstraße in Serpentinen den Berg hinauf. Insgesamt wollen knapp 600 Höhenmeter mit dem Rad überwunden werden und wir müssen fleißig in die Pedale treten- denke ich! Doch statt Muskelkraft schalte ich den „Turbo“ ein. Ich kann gar nicht glauben, wie leicht wir die steile Bergstraße hinauf radeln. Trotz starker Steigung können wir uns gemütlich unterhalten und kommen mit 15 km/h schnell voran. Am Ende der asphaltierten Mautstraße bin ich kaum außer Atem und wir biegen nach links über eine hölzerne Brücke auf die Schotterstraße ab, die uns bis zur Jamnigalm führt.

Alpenrose, dornenlose!

12,4 km später, kaum verschwitzt oder außer Atem, eröffnet sich uns ein atemberaubender Ausblick. Die sanfte Alm schmiegt sich an die umliegenden Bergketten, große Felsblöcke liegen verstreut auf den Hängen und bilden einen rauen Kontrast zum bunten Blumenmeer.
An den umliegenden Hügeln haben schon viele Alpenrosen ihre Knospen geöffnet und lassen die Alm in rot und grün erstrahlen. Ich verstehe, dass seit jeher dieses Gewächs Dichter und Maler inspirierte. Diese waren an der Verbreitung des Namens „Alpenrose“ maßgeblich beteiligt. Denn eigentlich heißt die Pflanze Rhododendron ferrugineum und hat als Heidekrautgewächs mit der Rose nichts zu tun. In Gedichten wie diesem klingt Alpenrose aber natürlich poetischer:
„Alpenrose, dornenlose! / Wie Musik aus Himmelssphären/ Tönt dein Name, Alpenrose!"
(Ludwig Ißleib)
© Sabrina Schütt

Wieso eigentlich Almrauschblüte?

Vielen ist die Blütezeit dieser Pflanze auch als Almrausch bekannt. Der Name könnte daher kommen, dass die Alpenrose von der Wurzel bis zu Blüte sehr giftig ist, weiß ein Experte des Nationalparks Hohe Tauern. Er erklärt weiter, dass der Verzehr einen Rausch verursacht, der schwerwiegende Folgen für Mensch und Tier haben kann. Weidetiere vertrauen daher auf ihren Instinkt und meiden diese Pflanzen. Spinnen fühlen sich in den dichten Büschen aber sichtlich wohl.
Eine andere Erklärung verweist darauf, dass mit der Alpenrose der sogenannte Rausch, eine Rinderkrankheit, geheilt werden könne. Unter Bergbauern als „Schinderblüh“ bezeichnet, erhielt die Alpenrose, wegen ihres starken Wuchses über die Almwiesen, einen weniger schmeichelhaften Titel.
 

Liebestaumel und Donnerröschen

Aber auch einige Sagen ranken sich um die Alpenrose, die ihr auch den Namen Donnerrose eigenbracht hat. Der Sage nach werde ein verliebter Jüngling, der eine Donnerrose für seine Geliebte bei sich trage, vom Blitz getroffen. So legen abergläubische Wanderer auch heute noch bei aufziehendem Gewitter ihre angesteckten Alpenrosen lieber wieder ab. In anderen Überlieferungen ist hingegen zu lesen, dass Almrosensträußchen in den First des Hauses gehängt wurden, um das Heim vor Donner und Blitz zu schützen. Wir pflücken jedenfalls keinen Zweig sondern genießen lieber den Anblick des Blütenmeeres und das sanfte Plätschern des Tauernbaches.
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© Sabrina Schütt
Dann rollen wir wieder talabwärts und weil wir gerade in Schwung sind, kehren wir noch in der Raineralm im angrenzenden Seebachtal für eine Jause ein.

Bilder und Texte: Sabrina Schütt / 27.06.2017
Autorin Sabrina Schütt

Autorenvorstellung: Sabrina Schütt

Ich bin Yogalehrerin und freie Redakteurin ... weil ... ich so meine Freiheit genießen kann. Mit Yoga kann ich Menschen einen Moment der Ruhe schenken und mit Worten meiner Freude am Schreiben nachgehen. In meiner Freizeit bin ich gerne in den Bergen unterwegs, entweder beim Klettern oder Wandern.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die faszinierende Schönheit und die immer noch wilden und unberührten Flecken, die es zu erkunden gibt. Mein Lieblingslingsgericht aus der Kärntner Küche sind Kasnudeln.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: Wir werden umso authentischer je näher wir dem Traum kommen, den wir selbst von uns haben.

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