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Paragleiten auf der Emberger Alm

Paragleiten auf der Emberger Alm

Hohe Tauern – die Nationalpark-Region in Kärnten

Paragleiten auf der Emberger Alm

Heute geht es nicht zu Fuß, sondern fliegend vom Berg hinab. Genauer gesagt von der Emberger Alm, die als Streckenfluggebiet in der Fliegercommunity mit Sicherheit längst ein Begriff ist. Worin der besondere Reiz dieser Gegend liegt, darf ich heute selbst erleben.

Ich treffe mich mit Tandem Pilot Markus Dobernig, am Fuße der Gerlitzen, einem weiteren Startplatz in Kärnten. Gemeinsam fahren wir Richtung Westen hinein ins Drautal. Schon aus dem Auto können wir die ersten Paragleiter über der Emberger Alm ihre Runden ziehen sehen. Ich kann es kaum erwarten auch endlich oben in der Luft zu sein. Schon häufig habe ich die Flieger am Radsberg und der Gerlitzen beobachtet und endlich darf ich selber vom Boden abheben. Unser erstes Ziel ist das Fliegercamp in Greifenburg.

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Fliegercamp in  Greifenburg
© Sabrina Schütt / Ankunft am Fliegercamp in Greifenburg

Gut gebettet in Greifenburg

Am Fuße der Emberger Alm finden hier Flugbegeisterte von Paragleitern bis Drachenfliegern einen Campingplatz, der sich auf die abhebenden Urlaubsgäste eingestellt hat. Neben einem Badesee, für den nicht fliegenden Rest der Familie, findet sich hier ein Fliegershop, sowie ein G-Force-Trainer
Ein Gerät, in dem gefahrlos die sogenannte „Steilspirale“ trainiert werden kann, erklärt mir Markus. Der Pilot hängt sich mit seinem Gurtzeug ein und durch die folgende Rotation werden Fliehkräfte simuliert, die bei einer solchen Spirale entstehen können. Ich bin gespannt, ob ich davon heute in der Luft einen Eindruck bekomme.
Aussichtspunkt an der Emberger Alm
© Sabrina Schütt / Aussichtspunkt an der Emberger Alm

Shuttle-Service sei Dank

Um nun vom Campingplatz auf die Emberger Alm zu gelangen, rufen wir ein Fliegertaxi. Da wir uns schon außerhalb der Saison befinden, fährt der Shuttle nur alle zwei bis drei Stunden. In der Hauptsaison, so erzählt uns unser Fahrer, sind große Reisebusse im Einsatz, um die Flieger und ihr Equipment stündlich auf den Berg zu bringen. Diese Möglichkeit macht das Fliegen hier für viele besonders angenehm, da man nicht selber die steile kurvige Straße hinauffahren muss und nach der Landung im Tal in den See springen kann und nicht erst das Auto vom Berg holen muss. 

Buntes Treiben

Oben angekommen bietet sich ein herrlicher Ausblick ins Drautal. Hier gibt es zwei Startplätze. Wir starten vom unteren Hang auf 1.740 Metern mit Süd-West Ausrichtung. Der obere ist mit einer Viertelstunde Aufstieg zu erreichen und liegt auf 1.860 Metern mit Süd-Ost Ausrichtung. Dank der Ausrichtung hat man hier gute Chance auf eine frühe Thermik um bereits am Morgen für Streckenflüge zu starten. Im Sommer herrscht hier reger Betrieb, überall liegen die bunten Schirme verteilt und die Drachen stehen startbereit am Hang. Jetzt nach Ende der Hochsaison ist die Zahl der Flieger überschaubar. Am Himmel kann ich noch zwei weitere Gleitschirmflieger erkennen. 

Auf zum Horizont

Dann ist es endlich soweit. Der Schirm ist ausgepackt und ich kann mein Gurtzeug anlegen. Markus gibt mir noch Anweisungen zum Start: ein paar Meter mitlaufen und dann in den Sitz setzen, Arme durch die Schlaufen und einfach genießen. Gesagt getan, nach einem etwas holprigen Start, sind wir dann auch schneller in der Luft, als ich „Los geht’s“ sagen kann. Die Baumwipfel ziehen unter uns hinweg und wir gleiten zunächst Richtung Tal.
Im Laufschritt dem Start entgegen
© Sabrina Schütt / Hier verliert jeder gerne den Boden unter den Füßen
Wir gehen auf die Suche nach Thermik, lerne ich. Am Hang gibt es Stellen, an denen die Luft nach oben steigt und wir mit Hilfe von ein paar engen Kurven innerhalb der Thermik  Höhe gewinnen können. Ein paar Richtungswechsel und das Vario beginnt zu piepsen. Es geht aufwärts, erst zwei dann drei Meter pro Sekunde. Hin und wieder schaukelt es ein bisschen, ansonsten fliegen wir gemütlich dahin.

Entlang der Bergkämme

Markus erklärt, dass die Südseite der Alpen besonders günstiges Wetter zum Fliegen bietet und dass gerade bei Langstreckenfliegern die Emberger Alm sehr beliebt sei. Man könne von hier entlang der Bergkämme bis nach Lienz und in die andere Richtung sogar an guten Tagen bis zum Goldeck fliegen, sofern das Wetter passt. Flüge von 100 km seien hier keine Seltenheit und bis zu 400 km haben manche Piloten angeblich schon zurückgelegt.
Über den Bergen und Tälern der Reißeckgruppe
© Sabrina Schütt / Über den Bergen und Tälern der Reißeckgruppe

Über den Wolken

Ich kann mir vorstellen, dass man vom Fliegen hier gar nicht genug bekommen kann. Vor uns liegt die Reißeckgruppe und je weiter wir steigen desto mehr Berge und Täler eröffnen sich uns. Auf 2.000 Metern sind wir bereits. Über uns sind die Wolken schon fast zum Greifen nah. Richtung Süd-Osten sehen wir den Weißensee und weiter Richtung Westen das Drautal entlang. Ich kann den Ausblick kaum in Worte fassen und bin überrascht, wie wenig aufgeregt ich bin und stattdessen einfach den Augenblick genießen kann.
Wir steigen noch weiter und plötzlich taucht der Großglockner vor uns auf. Ein weiter Blick Richtung Mölltal über die Ankogel Gruppe eröffnet sich uns. Auf Grund des etwas ruckeligen Fluges in der Thermik, gibt es hier leider kein Foto, also bleibt nur die Möglichkeit sich selbst zu überzeugen. Auf 2.400 Metern haben wir fast die Wolke über uns erreicht und Markus dreht ab, damit wir langsam wieder Richtung Tal sinken können und nicht in die Wolke fliegen. In dieser ist es schwer die Orientierung zu behalten. 

 

Achterbahnfahren in 2.300 Metern Höhe

Das wollen wir heute vermeiden, aber einen Eindruck der zuvor beschriebenen Steilspirale bekomme ich noch. Den Bauch soll ich leicht anspannen und schon geht es in engen Kreisen abwärts. Ein bisschen wie Achterbahnfahren fühlt es sich an, nur dass ich hier vollkommen dem Piloten vertrauen muss. 

Ich hätte noch ein bisschen länger diese Kurven fliegen können, aber wir müssen noch den Weg bis zum Landeplatz am Fliegercamp zurücklegen und dabei über einige Stromleitungen hinwegkommen. Sollte man es nicht bis dahin schaffen, gibt es im Drautal genügend Wiesen, um ausweichen zu können und so ist auch für Anfänger eine sichere Landung möglich.

Wir schaffen es über die Leitungen hinweg und landen wieder wohlbehalten auf dem Landeplatz. Ich bin tief beeindruckt von diesem Erlebnis und würde am liebsten gleich wieder in die Luft.
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© Sabrina Schütt / Landung am Fliegercamp
Bilder, Texte und Video: Sabrina Schütt / 05.10.2016
Autorin Sabrina Schütt

Autorenvorstellung: Sabrina Schütt

Ich bin Yogalehrerin und freie Redakteurin ... weil ... ich so meine Freiheit genießen kann. Mit Yoga kann ich Menschen einen Moment der Ruhe schenken und mit Worten meiner Freude am Schreiben nachgehen. In meiner Freizeit bin ich gerne in den Bergen unterwegs, entweder beim Klettern oder Wandern.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die faszinierende Schönheit und die immer noch wilden und unberührten Flecken, die es zu erkunden gibt. Mein Lieblingslingsgericht aus der Kärntner Küche sind Kasnudeln.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: Wir werden umso authentischer je näher wir dem Traum kommen, den wir selbst von uns haben.

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