Sonnenaufgangs-Wanderung am Falkert

Der Falkertsee im ersten Licht des Tages

nock/art Bad Kleinkirchheim

Sonnenaufgangswanderung am Falkert

Es ist 03:40 Uhr, es nieselt und es hat 14 Grad. Hätte ich nicht doch noch eine Fliesjacke einpacken sollen? Während die Scheibenwischer im Shuttlebus sich träge hin- und herbewegen, beschreibt Stefan, unser Wanderführer, den Weg, der vor uns liegt.

„Wir gehen den Falkertspitz rauf“, erklärt er. „Zirka 350 Höhenmeter. Reine Gehzeit: 1,5 Stunden. In der Dunkelheit rechnest du besser mit 2 Stunden. Um 05:26 Uhr soll die Sonne aufgehen. Bis dahin sind wir leicht oben.“ „Gemma’s an“, sagt er beim Aussteigen und acht Gestalten, von denen nur die Umrisse zu erkennen sind, setzen sich in Bewegung. Stefan versteht es nicht nur, eine sehr unterschiedliche Gruppe bei der Stange zu halten, er kann sich auch im Gehen ihrem Tempo anpassen und dabei noch ihre Fragen beantworten.

Weiterlesen
Der Falkertsee im ersten Licht des Tages
© Georg Khittl / Der Falkertsee im ersten Licht des Tages

Biosphärenpark Nockberge

„Den Biosphärenpark Nockberge”, erzählt er „gibt’s seit 1. Jänner 2013.” Mit dem Salzburger Lungau bildet er den größten und jüngsten Biosphärenpark in Österreich.

Vier Gemeinden in Kärnten gehören dazu: Ebene Reichenau, Kremsbrücke, Radenthein und Bad Kleinkirchheim.
„Und was ist ein Biosphärenpark?” „Kurz gesagt: eine besonders schützenswerte Kultur- und Naturlandschaft. Der Mensch darf da zwar wirtschaften, aber nur so, dass die Natur sich auch wieder regenerieren kann.”
Unter meinen Füßen fühlt der Boden sich weich an wie ein Teppich. Die Regentropfen klopfen auf die Kapuze meiner Jacke, ich höre den eigenen Atem und das Knirschen der Schritte, als wir von der Wiese auf den Schotterweg wechseln. Das Interessante am Gehen im Dunkeln ist, dass man Geräusche stärker wahrnimmt, als wenn das Auge beteiligt wäre. Ups! Im Finstern einen Bach zu überqueren will auch geübt sein!
Der Himmel ist grau, eine Spur heller als die sich abzeichnenden „Nocken“. Die bilden ein Muster aus Wellenlinien und wirken wie riesige ruhende Tierkörper. Man sieht, woher der Name „Nockberge“ kommt: rundliche Formen sind es, sanft geschwungene Hügel.
 
Stefan macht uns aufmerksam auf dieses charakteristische Landschaftsbild hier. Es ist gerade dadurch entstanden, dass die Bauern seit Jahrhunderten Almwirtschaft betreiben. „Der Rinsernock, das wär’ alles geschlossener Bergwald, hätte der Mensch nicht eingegriffen.”
Wanderer genießen den weitläufigen Ausblick
© Georg Khittl / Nebel reißt auf, die Sonne lässt noch auf sich warten.
Jeder Windhauch von feuchter Luft bringt eine Art Gesichtsdusche. Die Stirnlampen erzeugen Lichtkegel, in denen die Schritte sich wie Scherenbewegungen abzeichnen. Der Rhythmus findet sich wie von selbst. Die Dämmerung kommt unmerklich. Der Himmel ist jetzt fliederfarben. Am Gipfel begrüßt uns ein „Steinmandl“, eine Tafel mit den Namen sämtlicher „Nocken“, und natürlich das Gipfelkreuz. Die Bergspitzen rundum, ja die ganze Landschaft, kann man nur erahnen. Das macht die Szene so geheimnisvoll: Alles ist in Weiß gehüllt. Die Nebelschwaden reißen auf und im nächsten Moment umhüllen sie die Berge wieder. Mit etwas Fantasie lässt sich, dort wo Osten ist, ein roter Schimmer erkennen.
Die Sonne strahlt durch die Wolkendecke
© Georg Khittl / Abstieg durch das Sonntagstal, dem Licht entgegen

Dem Licht entgegen

Als hätte jemand einen unsichtbaren Schalter umgelegt, hört der Wind auf, kaum dass wir den Grat überschritten haben. Der Abstieg beginnt. Wir wandern dem Licht entgegen. Plötzlich ruft jemand: „Schau! Salamander!” Sie sind etwa so groß wie meine Hand, pechschwarz und glänzend wie ein Schmuckstück in der Auslage eines Juweliers. Sie bewegen sich hurtig und bleiben dann abrupt stehen, erstarren zur Statue. Man muss aufpassen, nicht auf sie draufzusteigen.
„Sie tauchen nur auf, wenn es regnet,” sagt Stefan. „Sie brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit, um atmen zu können, weil sie den Sauerstoff über die Oberfläche ihrer Haut aufnehmen.” „Und welche Funktion haben sie? Oder haben sie gar keine?" „Sie haben keine, sie sind einfach nur schön”, meint Stefan. Wandern in den Nockbergen, das merk ich mit einem Mal, hat weniger mit Kraftanstrengung als mit Natur-Erleben und Kennenlernen. 

 

Der Falkertsee erwartet uns

Als wir den Falkertsee erreichen, bricht der Tag an. In den Hotels und Pensionen schläft alles noch. Ein Bauer trägt die Melkmaschine vom Haus in den Stall und grüßt verschlafen. Seine Kühe kommen den Weg herunter, ohne dass jemand sie gerufen hätte. In der kleinen Jausenstation ist der Tisch für uns gedeckt. Alle wollen die selbst gemachte Brombeermarmelade kosten und Stefan erzählt, dass seine Oma den Kärntner Reindling immer ohne Nüsse – nur mit Zimt und Zucker – gemacht hat.
Bergseen bieten Badevergnügen
© Georg Khittl / Bergseen kündigen das Badevergnügen an, das am Nachmittag auf uns wartet.

In Kärnten gibts überall Wasser

Badesachen habe ich keine dabei, sonst würde ich glatt einen Hupfer in den See machen. Er sieht einladend aus, jetzt wo die Sonne scheint. Am anderen Ufer, nahe dem Hotel, ist ein kleiner Steg mit einer Treppe. Wie kalt das Wasser in diesem Gebirgssee wohl ist?
 
Gäbe es so etwas wie einen Bade-Oscar, Kärnten wäre längst schon dafür nominiert. So vielseitig wie man hier mit dem Thema „Wasser” umgeht.

Auch heilende Wasser spielen in der Region eine wichtige Rolle. In Bad Kleinkirchheim, so wird erzählt, hätten die Bäuerinnen, die vom Stehen in der Rauchkuchl entzündete Augen hatten, immer schon die Kathreinquelle aufgesucht und Linderung erfahren. An der Stelle, wo das heilende Wasser aus der Erde tritt, steht heute ein Kirchlein. Und um seinem Namen Ehre zu machen, verfügt Bad Kleinkirchheim neben dem Kirchlein natürlich noch über ein Bad. Eigentlich sind es zwei Bäder: die Therme St. Kathrein und das Thermal Römerbad.

Kärntna Låxn, die Kärntner Urforelle

Entstanden sind die meisten Kärntner Seen vor zigtausend Jahren, als sich die letzten großen Gletscher zurückzogen. Der Millstätter See, nicht weit von hier, ist der tiefste. In Feld am See habe ich vor ein paar Jahren einmal die Fischzucht von Andreas Hofer besucht. Er züchtet den Kärntna Låxn, die Kärntner Urforelle (auf Kärntnerisch „Låxn” geschrieben und Loxn ausgesprochen) und hat den Versuch gestartet, die Tiere wieder in die „Wildnis” zu entlassen. Das hat so gut geklappt, dass niemand je die ausgesetzten Låxn mehr gesehen hat. Die in den Teichen bei Feld am See gezüchteten Exemplare feiern ihr Comeback als Spezialität der Kärntner Alpen-Adria-Küche. Ich könnte eigentlich nach Feld am See fahren...Warum nicht?
Kärntna Låxn mit Risotto und Gemüse
© Georg Khittl / Der Kärntna Låxn – hier auf Risotto mit frischem Gemüse – ist eine Spezialität der Kärntner Alpen-Adria-Küche
Segelboote am Feldsee
© Georg Khittl / Feld am See – Stützpunkt des Wassersports in der Region Bad Kleinkirchheim

Wandern und Wassersport ...

... lassen sich innerhalb einer Stunde hier ohne großen Aufwand kombinieren. Am Vormittag eine Tour in den Nockbergen und am Nachmittag Kajaking am Feldsee. Das klappt! Eines ergänzt das andere. Die schwungvolle Bewegung mit dem Paddel bringt andere Muskelgruppen zum Einsatz als das Wandern.
Im „Brennseehof” sitze ich auf der Terrasse unter einer Sonnenplane und bestell’ den Låxn auf Risotto mit Sommergemüse. Die Haut ist knusprig gebraten und man erkennt die Punkte noch, die den Låxn von Forelle oder Saibling unterschieden. Bis ins 15. Jahrhundert, erzählt der Wirt, wurde die Pacht an die Klöster rund um Millstätter See, Ossiacher See und Feldsee in Låxn bezahlt. Die Mönche schätzten die Låxn als Fastenspeise. Weil sie so groß waren und wie Lachse in der Laichzeit die Seen verließen, um flussaufwärts zu schwimmen und dort abzulaichen, gaben die Fischer ihnen den Namen Lachse. Köstlich, das kompakte, intensiv nach Fisch schmeckende Fleisch!
 
Aus einem nebelverhangenen Morgen ist doch noch ein strahlender Tag geworden. So ist das eben in den Bergen!

Bilder: Georg Khittl / Text: Irene Hanappi / 14. Juli 2015

Magische Momente: Genussvolle Begegnungen mit Kärntens Natur

15 intensive Naturerlebnisse sind als "Magische Momente" kärntenweit buchbar. Diese von speziell ausgebildeten Guides geführten Tagesprogramme eignen sich für Abenteurer und Genießer ebenso wie für Romantiker und Familien. Der Bogen spannt sich von Wildtierbeobachtungen und Baden im ältesten Bauern-Heilbad Österreichs bis hin zu Genussfloßfahrten und dieser im Text beschriebenen Sonnenaufgangswanderung.

Hier gehts zu den Magischen Momenten
Sonnenaufgangswanderung am Falkert buchen
Sonnenaufgangswanderung am Falkert
© Georg Khittl / Sonnenaufgangswanderung am Falkert
Natur Aktiv Partnerbetriebe

Natur Aktiv Gastgeber

Die beste Adresse für Ihren Aktiv-Urlaub in Kärnten sind unsere „Natur Aktiv Gastgeber“. Sie alle sind Spezialisten in den Bereichen Naturerlebnis, Wandern und Radfahren und führen das Kärnten Qualitätssiegel. Das bedeutet, die Gastgeber machen das einzigartige Urlaubsgefühl „Lust am Leben“ für den Gast erlebbar und schaffen in ihren Betrieben eine Atmosphäre der Begegnung und des Wohlgefühls mit hoher Service- und Dienstleistungsqualität.

Natur Aktiv Unterkünfte in der Region
Natur Aktiv Unterkünfte in Kärnten

Tourismusbüro Bad Kleinkirchheim

Tel.: +43-4240-8212
info@badkleinkirchheim.at
www.badkleinkirchheim.at
Hier anfragen
Kärnten Map
Karte schließen
  • Österreich
  • Kärnten
Kaernten Österreich

Kärnten Maps
Touren interaktiv entdecken

Tourenguide Kärnten: Berge, die von mächtigen Dreitausendern bis hin zu sanften Nocken reichen und auf deren Gipfeln man die Blicke schweifen lässt – ein Land, das eine einzigartige Vielfalt in sich vereint, für einen erlebnisreichen Urlaub. Auf der Südseite der Alpen ist für jeden Geschmack das Richtige dabei! Der Kärnten Tourenguide gibt auf interaktiven Karten, Luftbildern und in 3 D eine ausgezeichnete Planungshilfe für die Urlaubs- und Freizeitaktivitäten. Mit integrierter GPS-Funktionalität und Selektionsmöglichkeiten, auch als App.

Zur Karte

Natur Aktiv Guides Kärnten

Wer die Natur lieber mit einem Guide erkunden will, dem stehen unsere speziell ausgebildeten Natur Aktiv Guides zur Verfügung. Sie sorgen für die Sicherheit im Gelände, sind Experten im Vermitteln der Besonderheiten der Kärntner Naturräume und kennen die Einzigartigkeit der Alpen-Adria-Region, ihre spezielle Kultur und Lebensfreude. Durch diese Guides werden bisher verborgene Details plötzlich erlebbar.

Lieblingstouren der Guides entdecken
© Franz Gerdl

Das könnte Sie auch interessieren

Unterwegs in den „Nocky Highlands“

Idylle pur – Wandern im Duftgarten Speik

Eine Themenwanderung mit Geschichte(n)

Gelassenheit lernen von Kühen und Treibern

Bad Kleinkirchheim verbindet Kunst und Wandern

Festival für die ganze Familie

Singletrail-Kurs in den Kärntner Nockbergen

... wo die Almröserln wachs'n und der Enzian blüaht."

Genussvoll über Stock und Stein

Auf der Suche nach dem Glück in Feld am See

nock/art – Kunst am Berg

next page