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Genusspaddeln auf der Oberen Drau

Sonnenuntergang an der Oberen Drau

Hohe Tauern – die Nationalpark-Region in Kärnten

Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

Zugegebenermaßen, es war nicht gleich das ganze Kapitänspatent. Doch ein erster Schritt war gemacht. Und das sogar, ohne einen einzigen Schritt zu tun. Vom Genusspaddeln (und –radeln) im Europaschutzgebiet der Oberen Drau.

Gian deutet auf meine rechte Hand, die sich in Anbetracht der zu erwartenden Nahtod-Erfahrung an ein Gebüsch am Uferrand klammert. Mit einem beruhigenden Nicken gibt er mir in seiner Funktion als Kanu-Guide zu verstehen, dass ich die arme Staude nun loslassen könne. Der Mann hat gut reden! Unter mir befindet sich ein mindestens 20 Zentimeter tiefer, reißender Fluss! Da nützt es mir auch nichts, dass Gian wie beiläufig die Info in die Runde wirft, dass die Strecke „von Kindern ab 7 Jahren befahren werden kann“. Gian sitzt bereits in seinem Kanu, und hinter ihm hat Martin Platz genommen.

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Bevor es losgeht folgen erste Trockenübungen
© Martin Marktl / Erste Trockenübungen. Gleich geht es los!
Wir sind heute zu fünft, denn ich darf mir mein komfortables Paddelboot mit Erika und Johanna teilen. Keiner meiner Begleiter macht den Eindruck, als bereite er sich gerade auf eine Reise ohne Wiederkehr vor. Also dürfte ich mir die unmittelbare Lebensgefahr doch nur einbilden. Das gehört wohl dazu, wenn man zum ersten Mal mit dem Boot auf einem respekteinflößenden Gewässer wie der Drau unterwegs ist. Doch Gian ist sich sicher, dass mir nichts passieren wird. Und das beruhigt mich mindestens ebenso wie die Tatsache, dass unser Boot noch zur Hälfte auf der Sandbank steht.

An die Paddel fertig los!

„Die Sache ist ganz einfach: Wenn ihr rechts paddelt, wendet sich das Boot nach links“, gestikuliert der sympathische Guide, „...und wenn ihr nach rechts wollt, wechselt ihr mit dem Paddel auf die andere Bootsseite. Das ist im Grunde alles, was Ihr wissen müsst!“.
Oh Gott, oh Gott, ist das kompliziert! Vor meinem geistigen Auge sehe ich schon, wie mich Erika und Johanna aus den Fluten ziehen, weil ich versehentlich auf der falschen Seite gepaddelt habe, und das Schiff kerzengerade in die nächste Klippe donnern ließ. Die beiden sind zwar Bergsteigerinnen, und genauso neu im Bootsgeschäft wie ich, doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass die beiden Kraft ihrer Herkunft aus dem Herz der Hohen Tauern im Zweifelsfall schon das Richtige tun werden, damit wir uns nicht übermorgen im Schwarzen Meer zu unserer ersten Ausfahrt gratulieren.
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© Martin Marktl

Europaschutzgebiet Obere Drau

Wir befinden uns hier noch ganz am Anfang der Drau, dem größten Fließgewässer auf Kärntner Boden. Ihre Quelle in Südtirol ist gerade einmal eine Autostunde von Oberdrauburg entfernt. Wie uns der Name schon verrät, handelt es sich bei Oberdrauburg um jenen Ort, wo früher etwas oberhalb der Drau eine Burg über die Grenze zu Ost-Tirol wachte.

Nirgends ist die Drau so schön und naturbelassen wie hier: Der Abschnitt zwischen Lienz und Spittal wurde – wie alle anderen großen Flüsse auch – in den letzten Jahrhunderten reguliert, um das Flachland an seinen Ufern landwirtschaftlich zu nutzen. Doch vor 10 Jahren startete man im Oberen Drautal eine Rückholaktion, wie sie in Europa ohne vergleichbares Beispiel ist: Auf einer Strecke von knapp 70 Kilometern wurde das Land am Ufer in Auwald und Altgewässer verwandelt - und als „Europaschutzgebiet Obere Drau“ der Natur zurückgegeben .
Und genau diese unvergleichlich schönen Uferlandschaften möchte uns Gian jetzt vom Wasser aus zeigen. Wir nehmen also unsere Paddel und stoßen uns mit einem kräftigen Ruck vom Ufer weg.

Uuund los geht’s! Die Kanus nehmen rasch an Fahrt auf. Dennoch haben wir das Gefühl, dass es zum Kanufahren einfach dazugehört, fleißig mit den Armen herumzufuchteln – und so paddeln wir einmal links, einmal rechts... und sehen daher auch einmal mehr vom linken, und dann wieder einmal mehr vom rechten Ufer. So lernen wir auch die eine oder andere Sandbank kennen – wo wir so tun, als wäre nichts geschehen und uns alibihalber die Beine ausschütteln.
Genusspaddeln auf der Drau - dem größten Fließgewässer auf Kärntner Boden
© Martin Marktl / Die Drau - größtes Fließgewässer auf Kärntner Boden.
Auch sonst macht das Kanu nicht immer das, was wir von ihm wollen – doch die Drau verzeiht uns unsere kleinen Fehler. Glücklicherweise gibt es hier auch keine uiuiuiuiui-Stellen wie auf der benachbarten Möll. So haben wir genügend Zeit, uns die naturbelassenen Uferböschungen und die bis in den Hochsommer mit Schnee bedeckten Gipfel anzusehen. Da wir uns in unserem Kanu auch immer wieder einmal unbeabsichtigt im Kreis drehen, kommt auch die hinter uns liegende Bergwelt der Lienzer Dolomiten nicht zu kurz.

Weiter geht's auf dem Rad

An unserem Zielhafen in Dellach angekommen, beschließen wir, der Drau noch nicht so schnell den Rücken zu kehren, und unsere Tour als Landratten bis zum nächsten Wirtshaus zu verlängern. Das ist hier recht einfach: Von der Quelle bis Slowenien durchzieht der Drauradweg stets in Ufernähe das ganze Land. Und Fahrradverleihstationen gibt es überall. Kurz später rollen wir gemütlich mit dem Leihrad für eine weitere Stunde den Bach hinunter.
Der krönende Abschluss: Reinanke auf Spargelgemüse
© Martin Marktl / Der krönende Abschluss: Reinanke auf Spargelgemüse
Unser Ziel: Der Leitner in Greifenburg, wo Haubenkoch Herwig gerade mit fangfrischen Reinanken lockt, die er sich bei einem befreundeten Fischer geholt hat. Herwig ist einer jener Köche des Drautales, der sich der Unterwasserwelt verschrieben hat, und daher verwundert es nicht, dass sich auf seiner Karte neben den Süßwasserfischen auch Flusskrebse wiederfinden.

Ende gut, alles gut!

Ich fasse zusammen:
Im Zuge einer einzigen Outdoor-Tour, die sich über etwa 25 Kilometer erstreckte, konnte ich heute die Drau von oben (Kanu), von unten (Speisekarte) UND von der Seite (Drauradweg) kennenlernen.

Gut, dass ich den Ast losgelassen habe.


Bilder und Text: Martin Marktl / 25.06.2015
Sonnenuntergang an der Oberen Drau

Magische Momente

Das Erlebnisprogramm „Magische Momente“ der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region eröffnet eine unvergessliche Expeditionsreise in den Nationalpark Hohe Tauern, der größten Outdoor- Arena der Ostalpen und wird Gästen noch Jahre danach ein Lächeln auf die Lippen zaubern, wenn sie an den EINEN, unvergesslichen Augenblick denken.

Im Bergsommer 2017, von Mitte Juni bis Mitte September, lassen sich in der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region vier ausgewählte Magische Momente erleben, die die gesamte Vielfalt der Nationalpark-Region wieder spiegeln. Einer davon ist diese Kanutour auf der Oberen Drau.
Informationen zu den Magischen Momente der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region finden Sie auf magische-momente.nationalpark-hohetauern.at, wo die einzelnen Programme auch ganz einfach mittels Online Warenkorb gebucht werden können.
 
Hier geht es zum buchbaren Angebot

Autorenvorstellung: Martin Marktl

Ich bin Alpinjournalist und Wanderbuchautor ... weil ... ich dank meines Traumberufes den ganzen Sommer über die Berge ziehen kann. In meiner Freizeit verbringe ich viel Zeit mit allem, was mit Weitwandern zu tun hat - egal ob aktiv oder passiv.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich der Gegensatz zwischen der Bergwelt an den Landesgrenzen und der Seenlandschaft in der Mitte. Mein Lieblingsplatz in der Natur ist ein guter Zeltplatz - mit einem Lagerfeuer davor. Mein Lieblingsgericht aus der Kärntner Küche sind die Fleischnudel meiner Mutter.

 

Lieblingszitat: “Everywhere is within walking distance - if you have the time.“

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