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Wildnistour im Nationalpark mit E-Bike, Wanderschuhen und Fernglas

Wildtierbeobachtung mit dem Teleskop

Hohe Tauern – die Nationalpark-Region in Kärnten

Wildnistour mit E-Bike und Fernglas

Im Seebachtal bei Mallnitz ist die unberührte Natur des Nationalparks Hohe Tauern hautnah erlebbar. Alte Berg-Urwälder, Bartgeier, die größte Gamspopulation im Nationalpark und eine wildromantische Landschaft mit glitzernden Wasserfällen und mächtigen Felswänden. Bei der geführten Wildnistour wird nicht nur gewandert, auch ein E-Bike kommt zum Einsatz.

In Mallnitz treffe ich meine Wandergruppe, ein Mix aus Österreichern und deutschen Urlaubern.  Mit dem E-Bike soll es heute durch das Seebachtal zur Schwussner Hütte gehen und von dort zu Fuß weiter immer auf der Spur der heimischen Wildtiere wie Steinadler, Hirsch und Gams. Unser heutiger Guide Gerald Lesacher nimmt uns in Empfang und wir erfahren, welche größeren Wildtiere im Nationalpark Hohe Tauern heimisch sind. Ob wir davon heute einige zu Gesicht bekommen, hänge von unserer Beobachtungsgabe ab, sei aber auch ein bisschen Glückssache, bereitet uns Wildhüter Lesacher vor. Außerdem würden die Tiere uns bereits wahrnehmen, bevor wir überhaupt von ihrer Anwesenheit wüssten. Also ganz nach dem Motto: Wer beobachtet eigentlich wen?

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Blick auf die Schutzzone mithilfe einer Karte
© Sabrina Schütt / Blick auf die Karte

Erholung für die Wildtiere

Bevor wir unsere Ferngläser zücken können, geht es mit ein paar Stärken mehr unter den Füßen auf unseren E-Bikes im sportlichen Modus Richtung Seebachtal.  Dort zeigt uns Gerald auf einer Karte, die im Park eingerichtete Schutzzone. Seit 20 Jahren ist hier kein Schuss mehr gefallen, um Gämsen, Steinböcken und Rotwild einen Erholungsraum zu geben. Am Fuße dieser Zone werden wir später Posten beziehen und hoffentlich einige Tiere erspähen.

Von Teufeln und Bartgeiern

Weiter geht es mit den Rädern durch das idyllische Seebachtal, entlang des glasklaren Seebachs und vorbei am Stappitzer See. Immer mit Blick auf die beeindruckende Hochalmspitze (3360 Meter) am Horizont. Bei den Wasserfällen legen wir einen kurzen Stopp ein und Gerald deutet auf eine Felsspalte neben einem der Wasserfälle.
Wasserfälle im Seebachtal
© Sabrina Schütt / Wasserfälle im Seebachtal
Dort werden immer wieder Küken des Bartgeiers ausgesetzt und seit mehreren Jahren erfolgreich in die Wildnis entlassen. Der Bartgeier war fast ausgerottet. Wer im 19. Jahrhundert einen Bartgeier erlegte, wurde wie ein Nationalheld gefeiert. Es war der Glaube verbreitet, dass der bärtige Geier Kinder auf seinem Speiseplan hatte und mit dem Teufel im Bunde sei. Damit tat man dem Geier natürlich großes Unrecht.

Danach fresse er nur noch Knochen, die er mit seiner starken Magensäure verdaue. Zum Glück konnte sich die Population wieder erholen und dank eines spannenden Projekts des Nationalparks, kann man im Internet sogar die Reiseroute einiger besenderter Geier beobachten www.hohetauern.at. Mit vielen spannenden Informationen geht es mit dem gut gefederten E-Mountainbike auf dem etwas holprigen Weg weiter Richtung Schwussner Hütte.

Die raue Schönheit der Natur

Bei der Hütte lassen wir unsere Fahrräder zurück und setzen unseren Weg zu Fuß fort. Aufgefädelt wie eine Perlenkette wandert die Gruppe nach einem kurzen Stück Forstweg in gemächlichem Tempo einen mit Blumen und Gräsern bewachsenen Hang hinauf. Es wird kaum geredet, alle scheinen bemüht, die Tiere nicht aufzuschrecken. Bei dieser Ruhe lasse ich meinen Blick über die Landschaft streifen. Ungezähmt wirkt die Natur mit den unzähligen bunten Wildblumen und umgestürzten Bäumen, die kreuz und quer herumliegen. Auch der einsetzende Regen vermag es nicht, die Ruhe zu stören. Eher unterstreicht er die raue Seite der Natur.
Steinadlerbeobachtung mit dem Fernglas
© Sabrina Schütt / Mit dem Fernglas alles genau im Blick

Steinadler wo bist du?

Am Waldrand baut Gerald sein Teleskop auf.  Auf der gegenüberliegenden Talseite ist eines der 42 Steinadlerpaare zu Hause, die sich ihr Leben lang die Treue halten. Hochkonzentriert suchen wir mit unseren Ferngläsern den Hang ab. Die Weibchen haben eine Flügelspannweite von bis zu 2,30 Meter, die Männchen sind etwas kleiner.
Hochkonzentriert suchen wir mit unseren Ferngläsern den Hang ab. Die Weibchen haben eine Flügelspannweite von bis zu 2,30 Meter, die Männchen sind etwas kleiner. Mit ein wenig Übung erspäht Gerald den Adlerhorst, aber heute scheint die Familie ausgeflogen zu sein. Vielleicht haben sie uns mit ihren sehr guten Augen auch schon zuvor erspäht. Denn sie sehen vergleichsweise so gut, wie wir mit unseren Ferngläsern. Aber nicht nur ihre Sehstärke beeindruckt uns, sondern auch ihre Greifkraft. Steinadler sind so stark, dass sie ein abgestürztes Gamskitz mit ca. 10 bis 12 Kilogramm in ihren Horst transportieren können. Auch wenn wir heute keinen fliegenden Adler sehen, bekommen wir von Gerald viel Wissen für die nächste Gelegenheit mit auf den Weg.

 

Schnaps und Spurensuche

Guten Mutes führt unser Weg nun durch einen dicht bewachsenen Fichtenwald. Er stammt aus der Zeit des Goldabbaus in Heiligenblut, erzählt Gerald. Damals stellten die Bergmänner fest, dass die Fichte ein schnell nachwachsender Baum sei und sich durch ihren Säbelwuchs gut zum Schlittenbau eigne. Der Witterung in dieser Lage hält die Fichte allerdings nur schwer Stand. Standhafter sei die Zirbe, die sich außerdem viel besser zum Schnaps brennen tauge. Mit einem Rezept für den rötlichen Zirbenschnaps in der Tasche geht es dann, den am Boden sichtbaren Spuren des Rotwilds folgend, zu unserem Beobachtungspunkt.
Wildtierbeobachtung mit dem Teleskop
© KW Hohe Tauern / Wildtierbeobachtung mit dem Teleskop

In der Ruhe liegt die Kraft

Am Waldrand befindet sich ein Holz-Unterstand, in dem wir mit unseren Ferngläsern Ausschau halten. Der Regen ist noch nicht abgeklungen, und so kann es sein, dass sich viele der Gämsen, Hirsche und Rehe in Latschenkiefer gebettet haben. Dort haben sie optimalen Schutz vor den Regentropfen. Unter ihnen gibt es anscheinend aber auch weniger Wasserscheue, denn nach kurzer Zeit wird ein Jäger aus der Gruppe fündig. Er hat eine Gams  erspäht, die mit ihrem sommerlichen hellbraunen Fell am Bachufer steht.
Aus seinem riesigen Wissensschatz erzählt uns Gerald zum Beispiel, dass Gämse die Hauptwildart im Nationalpark sei.  Jetzt im Sommer sei die Zeit, um sich den nötigen Speck für die Ende November anstehende Paarungszeit anzufressen. Bei dem kraftraubenden Imponiergehabe, jagen sich die Gamsböcke gegenseitig die Hänge hinunter, um zu beweisen, wer der Schnellere ist. Ein möglicher Rivale taucht auch noch auf, außerdem zwei Hirsche. Durch das Teleskop rücken die Tiere nahe ans Auge heran. Die Ruhe die von diesen Tieren ausgeht beeindruckt mich.
Einkehr auf der Schwussner Hütte
© Sabrina Schütt / Einkehr auf der Schwussner Hütte

„Griaß enk“

Nachdem wir zum Schluss doch noch ein paar Tiere beobachten konnten, kehren wir hungrig, aber zufrieden in der Schwussner Hütte ein. Wirt Josef ist ein echtes Original und serviert uns köstliche Kletzen- und Kasnudeln, sowie Beerenschmarrn und Beerenmilch. Bei gutem Essen steigt die Gelassenheit in der Gruppe. Alle sind sich einig: Wir haben viel gelernt und der Regen konnte keinem den Spaß an dieser spannenden Tour verderben. Gut gestärkt werden wir noch mit einer lustigen Abfahrt mit den Rädern zurück nach Mallnitz belohnt.
Bilder und Text: Sabrina Schütt / Juli 2016
Gruppe der Wildnistour im Nationalpark Hohe Tauern

Magische Momente

Das Erlebnisprogramm „Magische Momente“ der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region eröffnet eine unvergessliche Expeditionsreise in den Nationalpark Hohe Tauern, der größten Outdoor- Arena der Ostalpen und wird Gästen noch Jahre danach ein Lächeln auf die Lippen zaubern, wenn sie an den EINEN, unvergesslichen Augenblick denken.

Im Bergsommer 2017, von Mitte Juni bis Mitte September, lassen sich in der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region vier ausgewählte Magische Momente erleben, die die gesamte Vielfalt der Nationalpark-Region wieder spiegeln. Einer davon ist diese Kanutour auf der Oberen Drau.
Informationen zu den Magischen Momente der Hohe Tauern – die Nationalpark-Region finden Sie auf magische-momente.nationalpark-hohetauern.at, wo die einzelnen Programme auch ganz einfach mittels Online Warenkorb gebucht werden können.
 
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Autorin Sabrina Schütt

Autorenvorstellung: Sabrina Schütt

Ich bin Yogalehrerin und freie Redakteurin ... weil ... ich so meine Freiheit genießen kann. Mit Yoga kann ich Menschen einen Moment der Ruhe schenken und mit Worten meiner Freude am Schreiben nachgehen. In meiner Freizeit bin ich gerne in den Bergen unterwegs, entweder beim Klettern oder Wandern.

 

Das besondere an der Kärntner Natur ist für mich die faszinierende Schönheit und die immer noch wilden und unberührten Flecken, die es zu erkunden gibt. Mein Lieblingslingsgericht aus der Kärntner Küche sind Kasnudeln.

 

Lieblingszitat: ... alle sagten: Wir werden umso authentischer je näher wir dem Traum kommen, den wir selbst von uns haben.

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